Was ist ein Assistenzhund?

Teampartner eines Menschen mit Behinderung

Ein Assistenzhund ist ein speziell ausgebildeter Hund, der einen Menschen mit Behinderung im täglichen Leben überall begleitet – auch dort, wo andere Hunde keinen Zutritt haben.

Er übernimmt gezielte Aufgaben, die auf die Bedürfnisse seines Teampartners abgestimmt sind, und trägt dazu bei, diesem mehr Selbständigkeit und Teilhabe zu ermöglichen.

Welche Assistenzhunde bilden wir aus?

Unser Verein hat sich auf die Ausbildung von Mobilitäts- und PSB-Assistenzhunden spezialisiert. 

Daneben gibt es noch weitere Assistenzhundearten, z.B. Blindenführhunde, Signalassistenzhunde sowie Warn- und Anzeigehunde. Diese erfordern jeweils eine sehr spezialisierte Ausbildung – informiere dich daher genau, welcher Hund zu deinem Bedarf passt.

Mobilitätsassistenzhunde

begleiten Menschen mit körperlichen  Einschränkungen. In ihrer Ausbildung lernen die Hunde z.B., sich sicher neben Rollstühlen oder Gehhilfen zu bewegen.

PSB-Assistenzhunde

begleiten Menschen mit psychosozialen Beeinträchtigungen. Sie geben Halt in belastenden Situationen und unterstützen dabei, sich besser zu orientieren.

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Rechtliches

Alle wesentlichen Regelungen zu Assistenzhunden findest du im Behindertengleichstellungsgesetz und der Assistenzhundeverordnung.

Assistenzhündin Happy reicht Gerlinde eine Tasche an.

Beispiele für Assistenzleistungen bei Mobilitätseinschränkungen

  • Türen öffnen und Schalter bedienen
  • Gegenstände aufheben, bringen und anreichen
  • Hilfe holen in Notsituationen
  • Unterstützung beim An- und Ausziehen
  • Sicherheit geben im Alltag und unterwegs

Kasi beruhigt Teampartnerin Melina durch Körperkontakt.

Beispiele für Assistenzleistungen bei psychosozialen Beeinträchtigungen (PSB)

  • Beruhigen durch Nähe und Kontakt
  • Herausführen aus belastenden Situationen
  • Blocken, um Distanz zu schaffen
  • Unterbrechen von schädigendem Stimming oder Zwangshandlungen (Kratzen, Skin Picking, Nägelkauen)
  • Hilfe holen in Notsituationen

Wie wird ein Hund zum Assistenzhund?

Der Weg vom Welpen zum Assistenzhund verläuft in mehreren Schritten. Unsere Hunde wachsen dabei von Anfang an bei uns auf und werden ohne Wechsel durchgehend von uns begleitet – bis sie im Rahmen der Zusammenführung in ihr neues Zuhause ziehen. Die folgenden Stationen geben dir einen Einblick, wie wir diesen Weg gestalten.

Vom Welpen zum Assistenzhund

Der Weg zum Assistenzhund ist ein Prozess, der Zeit, Erfahrung und eine enge Begleitung braucht. Von der Auswahl des Welpen bis hin zur gemeinsamen Arbeit entsteht Schritt für Schritt ein verlässliches Team. Dabei stehen eine ruhige Lernatmosphäre, Vertrauen und gegenseitiges Verständnis von Anfang an im Mittelpunkt.

Auswahl des Welpen

Wir arbeiten mit Labrador Retrievern und Golden Retrievern, da sie rassetypisch freundlich, ausgeglichen und menschenbezogen sind. Beim Züchter wählen wir die Welpen sorgfältig aus. Ein strukturierter Welpentest gibt Hinweise auf Temperament, Reaktionen und Lernverhalten. So entsteht eine Grundlage für die weitere Entwicklung.

Willkommen im Rudel

Mit etwa acht Wochen ziehen die Welpen bei ihren Züchtern aus – und in ihrem neuen Rudel ein. Während ihrer gesamten Ausbildungszeit wachsen sie eng begleitet bei einer unserer erfahrenen Trainerinnen auf: liebevoll, individuell und alltagsnah gefördert.

Prägung

In den ersten Lebensmonaten lernen die Hunde, sich sicher in unterschiedlichen Situationen zu bewegen. Sie werden behutsam an neue Reize herangeführt und entwickeln Vertrauen in ihre Umwelt. So entsteht eine verlässliche Grundlage für alles, was später darauf aufbaut.

Grundausbildung

Spielerisch und mit Freude an der gemeinsamen Arbeit entwickeln die Hunde erste Fähigkeiten. Ein stabiler Grundgehorsam bildet dabei die Basis – mit sicherem Rückruf, Leinenführigkeit sowie Sitz, Hinlegen, Bleiben und entspanntem Fußlaufen.

Kennenlernen und Teamfindung

Sobald der Hund einen gewissen Ausbildungsstand erreicht hat, bringen wir ihn mit einem möglichen Teampartner zusammen. In mehreren Begegnungen achten wir gezielt darauf, ob Sympathie und Vertrauen entstehen. Ziel ist es, ein Team zu bilden, das sich gegenseitig ergänzt und stärkt.

Individuelle Ausbildung

Die Ausbildung zum Assistenzhund beginnt mit ca. 15 Monaten. Sie orientiert sich an den Bedürfnissen des zukünftigen Teampartners. Der Hund baut auf seinen Grundlagen auf und erlernt konkrete Aufgaben. Dabei arbeiten wir mit viel Ruhe, Geduld und klarer Struktur, so dass der Hund sicher lernen und sein Verhalten nachhaltig entwickeln kann.

Teambildung

Mensch und Hund wachsen in einer mehrere Wochen oder Monate andauernden Phase der Zusammenführung Schritt für Schritt zusammen. Die gemeinsame Arbeit beginnt in einem geschützten Rahmen und wird in den Alltag übertragen. Dabei entwickeln beide ein feines Gespür füreinander und lernen, aufmerksam und verlässlich miteinander zu kommunizieren.

Teamprüfung

Damit ein Mensch-Assistenzhund-Team die besonderen Zutrittsrechte erhält, ist eine Prüfung nach der Assistenzhundeverordnung vorgesehen. Auf diesen Schritt bereiten wir die Teams gezielt und sorgfältig vor. Aktuell kann diese Prüfung aufgrund einer gesetzlichen Regelungslücke nicht stattfinden – wir begleiten die Entwicklung und bereiten die Teams dennoch bestmöglich darauf vor.

Nachbetreuung und Begleitung

Auch nach der Zusammenführung bleiben wir an der Seite der Teams. Training und Unterstützung werden individuell angepasst und fortgeführt. Ein besonderer Teil ist unser gemeinsames Wochenende, bei dem sich alle Teams begegnen und austauschen. So entsteht mit der Zeit einer verlässliche Gemeinschaft, die trägt und verbindet.

Passt ein Assistenzhund zu dir?

Vielleicht hast du beim Lesen schon einen ersten Eindruck davon bekommen, wie sich auch dein Alltag durch einen Assistenzhund positiv verändern könnte.

Mit der Anschaffung eines Assistenzhundes sind aber auch viele Verpflichtungen verbunden, sowohl zeitlich, finanziell als auch organisatorisch.

Wir möchten dich daher bitten, vor einer Kontaktaufnahme in Ruhe auch die Informationen durchzulesen, die wir auf der nächsten Seite für dich zusammengestellt haben.

Dank Lars ist Teampartnerin Petra wieder gerne unterwegs.