Was von außen nach Bürokratie klingt, hat für die Betroffenen ganz konkrete Folgen: weniger Sicherheit im Alltag, weniger Selbstständigkeit und eingeschränkte Teilhabe.
Im Rahmen der Protestaktion vom 2.–10. Mai 2026 machen wir gemeinsam mit vielen anderen auf diese Situation aufmerksam. Auch vier unserer Teams sind betroffen – und ihre Geschichten zeigen, was das Warten wirklich bedeutet.
Inken & Lovely –
Sicherheit, die nicht anerkannt wird
Inken wartet bereits seit Sommer 2024 auf die Prüfung. Ihre Assistenzhündin Lovely ist für sie ein Anker im Alltag. Sie unterstützt Inken bei Angst, Reizüberflutung und sogar bei Krampfanfällen, indem sie früh wahrnimmt, wenn es ihr schlechter geht, und ihr durch ihre Nähe Halt gibt.
Durch Lovely kann Inken Dinge tun, die vorher undenkbar waren: unter Menschen gehen, Termine wahrnehmen, am Leben teilhaben.
Doch weil die Prüfung fehlt, bleibt vieles unsicher. Inken ist oft darauf angewiesen, dass andere Verständnis zeigen. Das erschwert es ihr, sich wirklich sicher zu fühlen – und schränkt genau die Selbstständigkeit ein, die Lovely ihr eigentlich ermöglicht.
Ihre Forderung:
Die Prüfungen müssen endlich stattfinden, damit Lovely offiziell anerkannt wird und Inken zuverlässig überall begleiten darf.
Johanna & Magic –
Wenn Unterstützung im Notfall fehlt
Johanna wartet seit Januar 2025 auf die Prüfung ihres Assistenzhundes Magic. Magic gibt ihr Ruhe und Sicherheit im Alltag. Doch ohne offizielle Anerkennung darf er nicht überall mit – selbst in sensiblen Situationen.
In einem Notfall im Krankenhaus durfte Magic Johanna nicht begleiten, obwohl er vollständig ausgebildet ist. Die Trennung führte zu großer Angst, Orientierungslosigkeit und starker Anspannung – bis hin zu einem kompletten Shutdown.
Ihre Forderung:
Assistenzhunde müssen überall anerkannt werden – besonders in sensiblen Situationen wie im Krankenhaus. Niemandem darf genau die Unterstützung genommen werden, die in solchen Momenten lebenswichtig ist.
Nele & Ella – Mut verlieren durch Unsicherheit
Nele wartet seit Januar 2025 auf die Prüfung ihrer Assistenzhündin Ella – obwohl die beiden längst ein eingespieltes Team sind. Eigentlich ist vorgesehen, dass die Prüfung einige Monate nach der Zusammenführung stattfindet, wenn sich die Zusammenarbeit im Alltag gefestigt hat. Genau an diesem Punkt sind Nele und Ella bereits.
Ella gibt Nele Sicherheit und hilft ihr, sich überhaupt nach draußen zu trauen. Doch ohne offizielle Anerkennung wird das immer wieder infrage gestellt: fremde Menschen, unangenehme Fragen – und sogar Zutrittsverbote trotz Ausbildungsnachweis.
Das nimmt Nele den Mut, Dinge zu tun, die für andere Jugendliche ganz normal sind.
Ihre Forderung:
Die Prüfungen müssen endlich stattfinden, damit Ella offiziell anerkannt wird und Nele sich sicher und selbstbestimmt im Alltag bewegen kann.
Marie & Only – Unsicherheit von Anfang an
Marie und ihr Assistenzhund Only stehen noch am Anfang – ihre Zusammenführung haben sie erst im Februar abgeschlossen. Doch auch ohne lange Wartezeit zeigt sich bereits, welche Unsicherheit entsteht, wenn die Prüfungen nicht stattfinden.
Only gibt Marie Sicherheit und Kraft, um sich auf andere Menschen und stressauslösende Situationen einzulassen. Gleichzeitig ist sie im Alltag oft darauf angewiesen, dass andere Verständnis zeigen oder Ausnahmen machen – wie zum Glück in ihrer Schule.
Doch die Unsicherheit bleibt: Wird es auch woanders erlaubt sein? Immer wieder muss Marie erklären, warum Only bei ihr ist.
Ihre Forderung:
Die Prüfungen müssen schnell stattfinden, damit Only offiziell anerkannt wird und Marie sich darauf verlassen kann, ihn überall dabeihaben zu dürfen.
Warum die Prüfungen so wichtig sind
Assistenzhunde sind keine „Unterstützung auf Zeit“. Sie sind für ihre Menschen lebenswichtig. Die Prüfungen sind DER entscheidende Schritt, damit diese Hunde offiziell anerkannt werden und ihre Menschen die Rechte erhalten, die sie für ein selbstbestimmtes Leben brauchen – insbesondere den Zugang zu öffentlichen Orten, Einrichtungen und Dienstleistungen. Wenn diese Prüfungen ausbleiben, bleibt auch die Unterstützung unsicher.
Unsere Forderung: Jetzt handeln
Die Geschichten von Inken, Johanna, Nele und Marie stehen stellvertretend für viele weitere Teams in Deutschland. Sie alle brauchen endlich Klarheit, Sicherheit und Anerkennung.
Deshalb fordern wir:
Die Prüfungen für Assistenzhunde müssen schnellstmöglich und flächendeckend wieder durchgeführt werden.
Gemeinsam laut werden
Wir beteiligen uns an der bundesweiten Protestaktion vom 2.–10. Mai 2026, initiiert von Associata e.V.
👉 Weitere Informationen zur Aktion finden Sie hier:
www.assistenzhunde-protest.de
Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass Assistenzhundeteams nicht länger in der Warteschleife bleiben.

